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Wöchentliche Solar-News: Ihr Aktionsplan für Deutschland, UK & Italien

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Drei Länder, drei Solar-Geschichten - und diese Woche bietet jede davon einen klaren Moment, in dem man sich fragt: "Was soll ich jetzt eigentlich tun?" Legen wir los.


🇬🇧 Großbritannien: Stromrechnungen gestiegen - Ihre Solar-Einspeisevergütung vielleicht nicht.

Die Schlagzeile haben Sie wahrscheinlich schon gesehen: Die durchschnittliche Energierechnung eines typischen britischen Haushalts ist am 1. Juli 2026 auf 1.862 £ pro Jahr gestiegen - ein Anstieg um 221 £ oder rund 18 £ mehr pro Monat. Ursache sind höhere Großhandelspreise für Gas, die mit dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten zusammenhängen.

Die Ofgem-Preisobergrenze stieg am 1. Juli 2026 auf 1.862 £/Jahr - ein Plus von 221 £ (+13,5 %) gegenüber dem Vorquartal.

Das tut weh. Doch was in den Schlagzeilen oft untergeht: Ihre Einspeisevergütung für Solarstrom ist eine völlig eigene Welt. Das Smart Export Guarantee (SEG) hat im Januar 2020 den alten Feed-in Tariff abgelöst. Anders als das alte System werden SEG-Tarife nicht von der Regierung festgelegt, sondern von jedem Anbieter individuell - sie variieren daher erheblich. Eine Erhöhung der Ofgem-Preisobergrenze wirkt sich nicht automatisch auf Ihren Einspeisesatz aus.

Was sich im SEG-Markt gerade tut

Ein paar wichtige Punkte:

  • British Gas senkt seinen Tarif - betrifft Sie aber wahrscheinlich nicht. British Gas reduziert seinen SEG-Einspeisesatz ab Juli 2026 für größere Solaranlagen von 15,1 Pence auf 8 Pence. Diese Kürzung gilt für Anlagen über 15 kW. Für eine typische Hausanlage (deutlich unter 15 kW) soll der Satz von 15,1 Pence weiterhin gelten - aber das ist eine deutliche Erinnerung daran, dass Einspeisesätze sich ändern können.

  • Octopus hat seinen besten Tarif pausiert. Der höchste Spitzensatz ist Octopus Intelligent Flux mit bis zu 32 Pence/kWh - erfordert jedoch einen Batteriespeicher und ist derzeit nicht verfügbar.

  • Ein neuer Name, den man kennen sollte: Fuse Energy. Fuse Energy wurde am 1. April 2026 obligatorischer SEG-Lizenznehmer und hat einen für alle offenen Tarif von 13 Pence/kWh eingeführt - ohne Wechsel des Stromlieferanten. Fuse Energy wurde am 1. April 2026 obligatorischer SEG-Lizenznehmer und hat sofort einen für alle zugänglichen Tarif von 13 Pence/kWh festgelegt. Sie können Ihren bisherigen Stromlieferanten behalten und trotzdem diesen Satz beanspruchen. Für reine Solar-Haushalte, die keinen Lieferantenwechsel möchten, ist Fuse derzeit das beste Angebot im Land.

  • Die Spitzensätze sind höher - aber an Bedingungen geknüpft. Die besten installateurexklusiven Sätze bieten Good Energy mit 25 Pence/kWh und EDF mit 24 Pence/kWh - allerdings nur für Anlagen, die über ihr jeweiliges Netzwerk installiert wurden.

lightbulb Tip

The golden rule for UK solar owners: Every unit of electricity you use yourself is worth roughly twice what you'd earn exporting it. Before chasing a better SEG rate, ask whether a battery could help you use more of what you generate.

Ihr Sofort-Tipp: Wenn Sie bereits Panels haben, nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit und prüfen Sie Ihren aktuellen SEG-Tarif. SEG-Tarife sind variabel und können mit rund 30 Tagen Vorlauf geändert werden. Wer noch einen alten Tarif unter 10 Pence hat, lässt mit großer Wahrscheinlichkeit Geld liegen.


🇩🇪 Deutschland: Der Countdown läuft - 20 Jahre Garantie auf dem Spiel

Deutschlands Solar-Geschichte dieser Woche dreht sich um das richtige Timing - und einen Gesetzentwurf, der die Spielregeln für alle ändern könnte, die zu lange warten.

Wer heute eine Solaranlage installiert und ans Netz anschließt, sichert sich eine staatlich garantierte Einspeisevergütung für 20 Jahre. Der aktuelle EEG-Einspeisesatz (ab August 2025) beträgt rund 7,86 Ct/kWh für Überschusseinspeisung bis 10 kW bzw. etwa 12,47 Ct/kWh bei Volleinspeisung. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht eine halbjährliche Absenkung der Fördersätze vor, mit einer Degression von 1 %, die jeweils am 1. Februar und 1. August in Kraft tritt. Der Satz, den Sie heute festschreiben, ist also etwas besser als der, der in sechs Monaten gilt.

Der EEG-2027-Entwurf - was drinsteht und was noch offen ist

Das Bundeswirtschaftsministerium plant, die Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen abzuschaffen. Stattdessen soll die Freiflächen-Photovoltaik im großen Maßstab stärker ausgebaut werden. Ein durchgesickerter Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2027 (EEG 2027) deutet auf einen grundlegenden Kurswechsel in der Förderung erneuerbarer Energien hin. Der Entwurf ist auf den 22. Januar 2026 datiert und befindet sich noch in der ressortübergreifenden Abstimmung.

Es ist noch kein Gesetz. Das EEG 2027 soll voraussichtlich am 1. Januar 2027 in Kraft treten - ein ambitionierter Zeitplan angesichts der laufenden Ressortabstimmung, der noch ausstehenden parlamentarischen Zustimmung und der erforderlichen EU-beihilferechtlichen Genehmigung. Die endgültige Fassung kann vom durchgesickerten Entwurf abweichen.

Die Richtung ist jedoch klar. Der Entwurf geht noch einen Schritt weiter und sieht vor, Förderungen für Neuanlagen unter 25 kW vollständig einzustellen. Die Begründung des Ministeriums: Sinkende Kosten hätten viele dieser Kleinanlagen - insbesondere Dach-PV - durch Eigenverbrauch allein wirtschaftlich rentabel gemacht.

Noch etwas: die Regelung bei negativen Strompreisen

Es gibt bereits ein geltendes Gesetz, das die Funktionsweise von Solaranlagen in Deutschland still und leise verändert. Nach dem neuen "Solarspitzengesetz" erhalten Photovoltaikanlagen mit mehr als 2 kW in Zeiten negativer Börsenstrompreise keine Vergütung mehr. Dies gilt für Anlagen, die seit Ende Februar 2025 in Betrieb genommen wurden. Auf Deutsch: An sehr sonnigen Tagen, wenn das Netz mit Solarstrom überflutet ist und die Preise ins Negative fallen, erhalten Sie für Ihren eingespeisten Strom nichts. Das macht die Eigennutzung des Solarstroms - oder die Speicherung in einer Batterie - wertvoller denn je.

Nach dem deutschen Solarspitzengesetz (in Kraft seit dem 25. Februar 2025) erhalten Anlagen über 2 kWp in jedem 15-Minuten-Intervall mit negativen Spotpreisen keine Einspeisevergütung.

Ihr Sofort-Tipp: Wer in Deutschland über eine Solaranlage nachdenkt, hat gute Gründe, 2026 statt 2027 zu handeln. Anlagen, die 2026 installiert werden, sind 20 Jahre lang zu den aktuellen Sätzen abgesichert. Die Garantie läuft 20 Jahre ab Inbetriebnahme zuzüglich des verbleibenden Kalenderjahres. Wer seine Anlage beispielsweise Ende 2026 in Betrieb nimmt, erhält die Vergütung bis Ende 2046.


🇮🇹 Italien: Eine Steuerförderung, die noch sehr lebendig ist

Italiens Solar-Neuigkeit dieser Woche ist tatsächlich eine gute Nachricht - mit einem Ablaufdatum.

Netzeinspeisung nach altem Modell für Neuanlagen geschlossen

Wer die italienische Solarpolitik verfolgt hat, weiß: Das alte Scambio sul Posto (Netto-Metering) ist für Neuantragsteller nicht mehr zugänglich. Der letzte Zugang war Anlagen vorbehalten, die bis zum 29. Mai 2025 in Betrieb gegangen sind und bis zum 26. September 2025 einen Antrag beim GSE gestellt haben (Delibera ARERA 78/2025/R/efr, in Umsetzung von D.Lgs. 199/2021).

Wer heute installiert, nutzt das Nachfolgemodell Ritiro Dedicato. Anders als beim alten Netto-Metering gibt es keine Verrechnung zwischen eingespeistem und bezogenem Strom. Stattdessen zahlt der GSE monatlich für den gesamten eingespeisten Überschussstrom. Der Haken: Beim Ritiro Dedicato handelt es sich um einen einfachen Verkauf des eingespeisten Stroms. Der Schwachpunkt liegt darin, dass der GSE Ihren Strom dann kauft, wenn er am wenigsten wert ist - mittags, wenn alle italienischen Solaranlagen gleichzeitig einspeisen und der Preis fällt.

Das praktische Fazit: Eigenverbrauch und Batteriespeicher werden unter dem neuen System noch wichtiger.

Die Steuerförderung, die Sie nicht verpassen sollten

Und hier die wirklich gute Nachricht. Italiens 50-prozentige Steuerermäßigung auf Solaranlagen für den Hauptwohnsitz gilt noch bis zum 31. Dezember 2026, mit einem reduzierten Satz von 36 % für Zweitwohnungen - verteilt auf gleiche Raten über 10 Jahre. Für den Hauptwohnsitz können 50 % der Kosten geltend gemacht werden. Für Zweit- oder sonstige Wohnungen gilt ein Satz von 36 %. Der Gesamtbetrag der Steuergutschrift wird gleichmäßig über zehn Jahre verteilt und erstattet. Darüber hinaus gilt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 10 % für nahezu alle Solarinstallationen an bestehenden Wohngebäuden.

Eine typische 6-kWp-Anlage kostet vor Förderung zwischen 6.600 und 9.000 Euro. Mit der 50-prozentigen Steuerermäßigung sinken die effektiven Nettokosten auf rund 3.300 bis 4.500 Euro. Ein spürbarer Unterschied.

Ihr Sofort-Tipp: Die 50-prozentige Förderung ist bis zum 31. Dezember 2026 bestätigt - setzt aber voraus, dass Zahlungen geleistet und Unterlagen innerhalb des Jahres eingereicht werden. Wer eine Installation plant, sollte nicht bis Dezember warten.


Was das für Sie bedeutet

Egal wo Sie sich befinden - das Thema dieser Woche ist überall dasselbe: Die Regeln ändern sich, und wer die heutigen Förderungen nutzt, ist in der Regel besser dran als jemand, der auf einen "besseren" Moment wartet, der vielleicht nie kommt.

  • Hausbesitzer in Großbritannien zahlen mehr für Energie als noch vor drei Monaten. Solaranlagen senken direkt die Strommenge, die Sie aus dem Netz beziehen - und der SEG-Markt bietet nach wie vor attraktive Einspeisesätze, wenn man sich umsieht.
  • Hausbesitzer in Deutschland haben 2026 ein echtes Zeitfenster, um sich einen 20-jährigen Garantietarif zu sichern - bevor ein geplantes Gesetz ihn für Neuanlagen möglicherweise ganz abschafft.
  • Hausbesitzer in Italien profitieren von einer Steuerermäßigung von bis zu 50 % der Anlagenkosten - die jedoch Ende dieses Jahres ausläuft.

Wie immer gilt: Das sind bewegliche Ziele. Tarife, Gesetze und Förderungen ändern sich - prüfen Sie vor einer Entscheidung stets den aktuellen Stand bei Ihrem Anbieter oder einem lokalen Installateur.


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