Solar plus Wallbox oder Wärmepumpe: Das Beste aus jeder Sonnenstunde herausholen

Das übersehen die meisten beim Thema Solar: Die Panels selbst sind nur die halbe Miete. Die eigentlichen Ersparnisse entstehen dadurch, dass Sie den selbst erzeugten Strom auch selbst nutzen - genau dann, wenn er produziert wird. Das nennt sich Eigenverbrauch, und genau hier werden eine Wallbox oder eine Wärmepumpe zum besten Freund Ihrer Solaranlage.
Bleiben wir der Einfachheit halber dabei.
Warum Eigenverbrauch mehr bringt als Einspeisung
Produzieren Ihre Panels mehr, als Ihr Haushalt gerade benötigt, fließt der Überschuss ins Netz - und Sie erhalten dafür die Einspeisevergütung. Das ist schön, aber die Einspeisevergütung liegt fast immer unter dem Preis, den Sie zahlen würden, um dieselbe Kilowattstunde später wieder einzukaufen. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist also mehr wert als eine, die Sie verkaufen.
Ein typischer Haushalt ohne Batteriespeicher nutzt nur etwa 40-50 % des selbst erzeugten Stroms[1]; der Rest wird eingespeist. Mit intelligentem Lastmanagement und den richtigen Geräten lässt sich der Eigenverbrauch auf 70-80 % steigern - ganz ohne einen Cent für einen Speicher auszugeben[1].
Die Wallbox: Ihr größter und praktischster Akku
Wer ein Elektroauto fährt, hat bereits einen großen Akku dabei. Ihn tagsüber zu laden, wenn die Panels auf Hochtouren laufen, ist eine der einfachsten Maßnahmen im Bereich Heimenergie.
Ein durchschnittlich genutztes Elektroauto verbraucht rund 3.000-4.500 kWh Strom pro Jahr[2] - ein erheblicher Teil dessen, was eine typische Hausanlage erzeugt. Eine smarte Wallbox lässt sich so einstellen, dass sie nur dann lädt, wenn die Panels überschüssigen Strom liefern. So fahren Sie mit Sonnenstrom statt mit Netzstrom - und über die Jahre summieren sich die Ersparnisse gegenüber dem Laden aus dem Netz erheblich, ganz zu schweigen vom Vergleich mit Benzin oder Diesel.
Die Wärmepumpe: Solarstrom nutzen, statt ihn zu verschenken
Wärmepumpen laufen mit Strom - damit sind sie ein natürlicher Partner für Solaranlagen. An einem sonnigen Tag kann ein intelligentes System die Wärmepumpe genau dann ansteuern, wenn Solarüberschuss vorhanden ist: um den Warmwasserspeicher aufzuheizen oder die Raumtemperatur etwas anzuheben. So wird die Energie als Wärme gespeichert, anstatt günstigen Strom ins Netz abzugeben.
Die beiden Systeme ergänzen sich nicht zu jeder Jahreszeit perfekt: Wärmepumpen laufen am stärksten im Winter, wenn die Solarausbeute am geringsten ist. Doch im Frühling, Herbst und an milden Wintertagen kann ein guter Teil Ihrer Heizung und Warmwasserversorgung mit eigenem Strom laufen - und das nagt kontinuierlich an Ihrer größten Energierechnung.
Einfache Wege, um auf Sonnenstrom zu setzen
Sie brauchen kein kompliziertes System, um davon zu profitieren. Eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen, vom besten Kosten-Nutzen-Verhältnis bis zum Komfort-Extra:
- Warmwasser zuerst. Eine Zeitschaltuhr oder ein Solar-Überschussregler leitet überschüssigen Strom an Ihren Heizstab oder Wärmepumpenspeicher weiter. Günstig einzurichten, funktioniert an jedem Sonnentag.
- Wallbox als Nächstes. Stellen Sie Ihr Auto so ein, dass es im Solarfenster lädt - ungefähr zwischen 10:00 und 15:00 Uhr.
- Dann die Wärmepumpe, so eingestellt, dass sie Wärme erzeugt, wenn die Sonne scheint.
- Schließlich der Alltag: Spülmaschine und Waschmaschine lieber mittags laufen lassen als abends.
Wer seine großen Verbraucher in die sonnige Mittagszeit verlagert, kann in einem typischen Haushalt mit einer 6-kWp-Anlage mehrere Hundert Euro im Jahr sparen[1] - ganz ohne Batteriespeicher. Ein Speicher kann den Eigenverbrauch noch weiter steigern, aber fangen Sie mit dem Lastmanagement an, denn das kostet nichts.
Fazit
Solar rechnet sich am meisten, wenn es Ihr eigenes Leben antreibt: Ihr Auto, Ihr Warmwasser, Ihre Heizung. Wenn Sie ohnehin über diese Anschaffungen nachdenken, lohnt es sich, sie gemeinsam zu planen - statt eine nach der anderen.
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