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Einspeisevergütung und Exportzahlungen erklärt: Deutschland, UK und Italien

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Stellen Sie sich vor: Es ist ein strahlender Dienstagmorgen, Ihre Solarmodule arbeiten leise auf dem Dach, und Ihr Haushalt läuft fast vollständig mit kostenlosem Sonnenstrom. Bis zum späten Vormittag haben Sie Wasserkocher, Waschmaschine und Kühlschrank versorgt - und Ihre Anlage produziert immer noch mehr, als Sie brauchen. Dieser Überschuss fließt ins Netz, und Ihr Energieversorger bezahlt Sie dafür.

Diese Zahlung nennt man Einspeisevergütung oder Exportvergütung. Es ist echtes Geld, und es lohnt sich, das Thema zu verstehen - aber es lohnt sich auch zu wissen, warum die Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, in der Regel mehr wert ist als die, die Sie einspeisen.


Die goldene Regel: Eigenverbrauch hat Vorrang

Hier ist die einfache Rechnung, die alles Weitere in diesem Artikel bestimmt.

Wenn Sie Solarstrom selbst nutzen, vermeiden Sie den Zukauf aus dem Netz. In Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Italien kostet Haushaltsstrom grob 25-35 Cent (bzw. Pence) pro kWh. Wenn Sie dieselbe Kilowattstunde einspeisen, erhalten Sie typischerweise zwischen 5 und 15 Cent/Pence - einen Bruchteil dessen, was Sie durch Eigenverbrauch einsparen würden.

Die eigentliche Wirtschaftlichkeit einer modernen Solaranlage entsteht durch maximalen Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst erzeugen und verbrauchen, ersetzt teuren Netzstrom und schützt Sie vor steigenden Energiepreisen.

Das bedeutet nicht, dass Exportzahlungen wertlos sind - sie sind ein echter Bonus obendrauf. Aber es bedeutet, dass das zeitliche Abstimmen von Geschirrspüler, Wäschetrockner oder Wallbox auf die sonnigsten Stunden oft das Wirksamste ist, was Sie für Ihre Solarrendite tun können.

Mit diesem Grundsatz im Hinterkopf schauen wir uns an, wie jedes Land die Einspeiseseite regelt.


🇩🇪 Deutschland: Die EEG-Einspeisevergütung

Deutschland verfügt über eines der weltweit etabliertesten Fördersysteme für Solarenergie, das auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) basiert. Für Hausbesitzer funktioniert es so: Ihr Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, Ihren überschüssigen Solarstrom zu einem festen Satz abzunehmen - garantiert für 20 Jahre ab dem Tag der Inbetriebnahme Ihrer Anlage.

Welchen Satz erhalten Sie?

Wer heute eine Anlage in Betrieb nimmt, erhält eine Einspeisevergütung von 0,0786 €/kWh (ca. 7,86 ct/kWh) für Dachanlagen bis 10 kW mit Überschusseinspeisung sowie 0,1247 €/kWh bei Volleinspeisung des gesamten Solarertrags.

Die meisten Haushalte wählen das Modell der Überschusseinspeisung - Sie nutzen so viel wie möglich selbst und speisen nur den Rest ein. Die Volleinspeisung (bei der alles ins Netz geht) zahlt mehr pro Kilowattstunde, aber dann müssten Sie Ihren gesamten Strom zu Marktpreisen zurückkaufen, was für einen Familienhaushalt selten sinnvoll ist.

Der Satz sinkt - aber Ihr Satz ist festgeschrieben

Das EEG sieht eine planmäßige Absenkung der Vergütungssätze für Neuanlagen vor. Seit Februar 2024 sinken diese alle sechs Monate um 1 % - jeweils am 1. Februar und 1. August. Entscheidend: Diese Absenkung betrifft nur neue Anlagen. Sobald Ihr Satz feststeht, bleibt er über 20 Jahre stabil.

Wer heute installiert, sichert sich also den heutigen Satz für zwei Jahrzehnte. Das ist eine echte und verlässliche Planungssicherheit.

Eine Änderung am Horizont - noch kein Gesetz

Es gibt eine Entwicklung, die Sie kennen sollten, auch wenn sie noch nicht beschlossen ist. Ein Referentenentwurf zum EEG 2027 sieht vor, die Förderung für Neuanlagen unter 25 kW vollständig einzustellen. Die Begründung der Bundesregierung: Gesunkene Kosten hätten viele dieser Kleinanlagen - insbesondere Dachanlagen - allein durch den Eigenverbrauch wirtschaftlich tragfähig gemacht.

Der Entwurf ist auf den 22. Januar 2026 datiert und befindet sich noch in der ressortübergreifenden Abstimmung. Das EEG 2027 soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, wobei der Zeitplan angesichts laufender Ressortabstimmungen, ausstehender parlamentarischer Zustimmung und erforderlicher EU-Beihilfegenehmigung ambitioniert ist.

Auf den Punkt gebracht: Wer in Deutschland über eine Solaranlage nachdenkt, für den ist 2026 ein gutes Jahr zum Handeln - Sie würden den aktuellen Garantiesatz sichern, bevor mögliche Änderungen greifen. Behalten Sie die Nachrichten im Blick, denn das endgültige Gesetz kann vom geleakten Entwurf abweichen.

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Germany quick summary

  • Surplus feed-in rate (≤10 kW): ~7.86 ct/kWh from August 2025
  • Full feed-in rate (≤10 kW): ~12.47 ct/kWh
  • Rate locked for 20 years once your system is commissioned
  • Rate steps down 1% every six months for new systems
  • Draft EEG 2027 proposes ending the fixed tariff for systems under 25 kW from Jan 2027 — not yet law

🇬🇧 Vereinigtes Königreich: Die Smart Export Guarantee (SEG)

Das Vereinigte Königreich hat einen anderen Weg gewählt. Die alte Einspeisevergütung (Feed-in Tariff) wurde 2019 für Neuanträge geschlossen. An ihre Stelle trat die Smart Export Guarantee, die im Januar 2020 startete.

Die Smart Export Guarantee ersetzte die alte Einspeisevergütung und verpflichtet jeden Stromversorger mit mehr als 150.000 Kunden, mindestens einen SEG-Exporttarif anzubieten. Der wesentliche Unterschied zum deutschen System: Es gibt keinen staatlich festgelegten Satz. Anbieter stehen im Wettbewerb, und Sie entscheiden, an wen Sie Ihren Überschuss verkaufen.

Wie viel können Sie verdienen?

Stand Juli 2026 gibt es im Vereinigten Königreich rund dreißig aktive SEG-Tarife, die von einem symbolischen 1 Pence/kWh bis zu 32,17 Pence/kWh reichen - Letzteres zahlt Octopus Intelligent Flux in Zeiten hoher Exportnachfrage.

Der durchschnittliche SEG-Satz liegt bei etwa 13 Pence pro kWh. Doch Durchschnittswerte verbergen viel. Good Energys Tarif "Solar Savings Exclusive" zahlt 25 Pence pro kWh eingespeisten Strom, während Utility Warehouse höchstens 8 Pence pro kWh zahlt und Utilita einen Satz von 3 Pence pro kWh bietet.

Die Spanne ist enorm - ein Vergleich lohnt sich also wirklich.

Import- und Exportvertrag können getrennt werden

Eines der praktischsten Merkmale der SEG: Sie können Ihren bisherigen Stromversorger behalten und trotzdem Ihren Exportvertrag wechseln - Bezug und Einspeisung sind voneinander entkoppelt. Sie könnten also weiterhin bei Ihrem aktuellen Anbieter Strom beziehen und Ihren Überschuss gleichzeitig an den Anbieter mit dem besten Satz verkaufen.

Es gibt einen Haken: Einige der bestbezahlten Tarife setzen voraus, dass Sie auch Ihren Strom bei demselben Anbieter beziehen. Eine bemerkenswerte Ausnahme im Jahr 2026 ist Good Energy, deren Festpreissatz ohne Wechsel des Bezugsanbieters zugänglich ist.

Sätze können sich ändern - behalten Sie sie im Blick

SEG-Sätze sind nicht festgeschrieben - Anbieter können sie mit etwa 30 Tagen Vorlaufzeit ändern. Prüfen Sie daher immer den aktuellen Satz, bevor Sie sich festlegen.

Ein aktuelles Beispiel: British Gas senkt seinen SEG-Exporttarif ab Juli 2026 für größere Solaranlagen von 15,1 Pence auf 8 Pence. Für die meisten Haushaltsanlagen (deutlich unter 15 kW) gilt weiterhin der höhere Satz - aber es ist eine Erinnerung daran, dass kein SEG-Satz dauerhaft ist.

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UK quick summary

  • SEG replaced the old Feed-in Tariff for new systems from January 2020
  • Rates set by suppliers, not the government — currently 1p to 32p/kWh
  • Average rate: ~13p/kWh; best flat rate (no battery needed): Good Energy at 25p/kWh
  • You can use a different supplier for export than for import
  • Rates can change with ~30 days' notice — review yours annually
  • You need an MCS-certified installation and a SMETS2 smart meter to qualify

🇮🇹 Italien: Von der Nettomessung zum Ritiro Dedicato

Italiens System hat kürzlich die größte Umstellung seit Jahren erfahren, daher lohnt es sich, sowohl die alte als auch die neue Regelung zu erläutern.

Das alte System: Scambio sul Posto (Nettomessung)

Viele Jahre lang nutzten italienische Hausbesitzer den Scambio sul Posto (wörtlich: "Tausch vor Ort") - eine virtuelle Nettomessungsregelung, bei der die ins Netz eingespeiste Energie gegen den bezogenen Strom verrechnet wurde, einschließlich einer Erstattung von Netzentgelten. Für kleine Haushaltsanlagen war dieses Modell besonders vorteilhaft.

Der letzte Zugang zum Scambio sul Posto war für Anlagen vorbehalten, die bis zum 29. Mai 2025 in Betrieb genommen wurden, mit Anträgen beim GSE bis zum 26. September 2025. Neue Anlagen nutzen nun den Ritiro Dedicato oder Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (CERs).

Das neue System: Ritiro Dedicato

Der Ritiro Dedicato ist der Mechanismus, über den der GSE (Gestore dei Servizi Energetici - Italiens staatlicher Energiedienstleister) den von einer Solaranlage erzeugten und ins Netz eingespeisten Strom ankauft und dem Erzeuger einen festgelegten Betrag pro eingespeister Kilowattstunde zahlt.

Der wesentliche Unterschied zum alten System: Scambio sul Posto wirkte wie eine teilweise Gutschrift auf Ihre Rechnung, während Ritiro Dedicato ein direkter Energieverkauf ist. Sie verkaufen Ihren Überschuss zu einem marktgekoppelten Preis an den GSE, der Sie monatlich auszahlt - allerdings mit zwei Monaten Verzug, sodass im Januar eingespeister Strom erst im März vergütet wird.

Was zahlt der GSE konkret? Für Solaranlagen bis 1 MW beträgt der von ARERA festgelegte Mindestgarantiepreis für 2026 0,0475 €/kWh (4,75 ct/kWh). Dieser gilt, wenn der Großhandelsmarktpreis darunter liegt. Ist der Marktpreis höher, zahlt der GSE automatisch den besseren Satz.

Die ehrliche Einschätzung: Mittags, wenn Ihre Module am meisten produzieren, ist der Strom sehr wenig wert - rund 4-8 ct/kWh -, weil alle italienischen Solaranlagen gleichzeitig einspeisen und die Nachfrage gering ist. Abends, wenn die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht, kann dieselbe Energie 25-35 ct/kWh wert sein. Das ist das Kernargument für einen Batteriespeicher in Italien: den Mittagsüberschuss speichern und dann nutzen (oder verkaufen), wenn er mehr wert ist.

Italiens Steuerbonus - nach wie vor attraktiv

Es gibt einen weiteren Anreiz, der wirklich wertvoll ist: Der 50%ige Ecobonus (Einkommensteuerabzug) ist einer der stabilsten Wohngebäude-Solaranreize Italiens und ermöglicht es Hausbesitzern, 50 % der Installationskosten über 10 Jahre abzuschreiben. Italien hat diesen Steuerbonus für Wohngebäudesanierungen offiziell bis 2026 verlängert, bestätigt im Haushaltsgesetz der Regierung.

lightbulb Tip

Italy quick summary

  • Scambio sul Posto (net metering) is closed to new systems from May 2025
  • New systems use Ritiro Dedicato: you sell surplus to the GSE at market-linked prices
  • Minimum Guaranteed Price in 2026: ~€0.0475/kWh; market rates can be higher
  • GSE pays monthly, roughly two months in arrears
  • The 50% Ecobonus tax deduction on installation costs is valid through 31 December 2026
  • A battery makes a big difference: it lets you use (or sell) energy when it's worth more

Vergleich der drei Länder

Feed-In Tariff & Export Payment Comparison 2026
Feature🇩🇪 Germany🇬🇧 UK🇮🇹 Italy
Scheme nameEEG feed-in tariffSmart Export Guarantee (SEG)Ritiro Dedicato
Who sets the rate?Government (fixed)Suppliers (competitive)Market / ARERA floor
Typical export rate~7.86 ct/kWh (≤10 kW surplus)~13p/kWh average; up to 25p+~4.75–13 ct/kWh
Rate guaranteed for?20 years from commissioningNo guarantee — can changeMonthly, market-linked
Payment timingMonthly via grid operatorMonthly via SEG supplierMonthly, ~2 months in arrears
Key tax incentive0% VAT on hardware0% VAT on installation (to 2027)50% Ecobonus (to Dec 2026)
Big change coming?Draft law may end FiT for <25 kW from Jan 2027Rates move freely; shop aroundNet metering already ended for new systems

Das praktische Fazit: Holen Sie das Beste aus Ihrer Erzeugung heraus

In allen drei Ländern lautet die Botschaft gleich: Exportzahlungen sind ein willkommener Bonus, aber beim Eigenverbrauch liegen die eigentlichen Einsparungen.

So können Sie die Waage zu Ihren Gunsten neigen:

  • Appliances zeitlich abstimmen. Lassen Sie Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner in den sonnigsten Stunden des Tages laufen. Viele moderne Geräte haben eine Startzeitvorwahl - nutzen Sie sie.
  • Elektroauto mit Sonnenstrom laden. Wenn Sie ein Elektrofahrzeug haben, kann eine smarte Wallbox automatisch während der Spitzenerzeugungszeiten Strom aus Ihren Modulen beziehen.
  • Batteriespeicher in Betracht ziehen. Ein Heimspeicher bewahrt den Mittagsüberschuss für den Abend. Besonders in Italien kann das die Erlöse aus dem Ritiro Dedicato deutlich verbessern, indem die Einspeisung in ertragreichere Stunden verlagert wird.
  • Solar mit Wärmepumpe kombinieren. Eine Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Solarstrom zu betreiben ist eine der effizientesten Nutzungsformen - und in Italien kann das zusätzlich den höheren Ecobonus von 65 % erschließen.
  • Exporttarif regelmäßig prüfen (besonders im UK). SEG-Sätze ändern sich. Ein Wechsel dauert etwa 30 Minuten und ist kostenlos.

Sätze und Regeln ändern sich - bleiben Sie informiert

Alle drei Länder haben eines gemeinsam: Die Rahmenbedingungen sind in Bewegung. Deutschlands EEG-Satz sinkt alle sechs Monate. UK-SEG-Sätze schwanken mit dem Wettbewerb der Anbieter und den Großhandelspreisen. Italien hat gerade einen grundlegenden Wechsel weg von der Nettomessung vollzogen.

Die Zahlen in diesem Artikel sind Stand Mitte 2026 korrekt, werden sich aber ändern. Prüfen Sie stets den aktuellen Satz bei Ihrem Netzbetreiber (Deutschland), Ihrem gewählten SEG-Anbieter (UK) oder dem GSE-Portal (Italien), bevor Sie Entscheidungen treffen.


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help_outlineDo I need to do anything to receive export payments?expand_more

In Germany, your installer registers your system with the grid operator and the Marktstammdatenregister — payments start automatically. In the UK, you need to sign up with an SEG supplier separately (it doesn't happen automatically), and you'll need a SMETS2 smart meter. In Italy, small rooftop systems are often registered via the simplified 'Modello Unico' process, which your installer handles.

help_outlineCan I switch export tariff providers?expand_more

In the UK, yes — switching SEG provider is free, takes about 30 minutes, and doesn't affect your import contract. In Germany, the feed-in tariff is paid by your local grid operator, so there's nothing to switch. In Italy, you register with the GSE for Ritiro Dedicato; the contract renews annually and can be exited with 60 days' notice.

help_outlineDoes adding a battery reduce my export income?expand_more

A battery means you export less (because you store more for evening use), but you save more on import bills. In most cases the combined benefit is larger than export income alone — especially in Italy, where midday export rates are low and evening electricity is expensive. In the UK, a battery also unlocks higher time-of-use SEG tariffs that can pay significantly more per kWh.

help_outlineIs export income taxable?expand_more

In the UK, SEG payments are tax-free for domestic households under the same exemption that applies to the old Feed-in Tariff. In Germany, small residential systems are generally exempt from income tax on feed-in income up to certain thresholds — check with a tax adviser for your specific situation. In Italy, Ritiro Dedicato income is taxable and must be declared on your annual tax return (Modello 730, Quadro D).

help_outlineWhat happens to Germany's feed-in tariff after 20 years?expand_more

After the 20-year guaranteed period ends, you can continue feeding electricity into the grid at the current market value — typically 4–8 ct/kWh. Alternatively, you can maximise self-consumption, add a battery, or explore direct marketing options. The connection regulation allowing continued feed-in at market value has been extended until the end of 2032.